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HNO Dr. Ockermann, Lünen
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Tuben­dilatation

Die Tubendilatation / Ballon-Tuboplastie ist ein Eingriff, der die Eustachische Röhre (Ohrtrompete / Tuba auditiva) erweitern soll. Die Eustachische Röhre ist der Verbindungskanal zwischen Nasenrachen und Mittelohr. Sie sorgt für ein belüftetes Mittelohr. Bei einwandfreier Funktion sind eine gute Schwingung des Trommelfells und damit eine optimale Übertragung des Schalls gewährleistet. Ist die regelrechte Be- und Entlüftung des Mittelohres durch die Eustachische Röhre gestört, so spricht man von einer Tubenfunktions- bzw. Tubenventilationsstörung. 1% der erwachsenen Bevölkerung leidet unter einer chronischen Tubenventilationsstörung.

Ursachen

Zunächst können Hindernisse im hinteren Nasen- bzw. oberen Rachenbereich für eine unzureichende Tubenfunktion verantwortlich sein:

Im Kindesalter sind es meist Adenoide, also die als „Polypen“ bezeichneten lymphatischen Gewebsvermehrungen im Nasenrachen, die den Eingangsbereich der Tube verlegen.
Bei Erwachsenen können die Eingänge der Ohrtrompete auch z. B. verdickte hintere Enden der unteren Nasenmuscheln, übermäßiges lymphatisches Gewebe im Nasenrachenraum, Tumore o.a. verlegt sein.
Chronische Entzündungen der Nasen-Nebenhöhlen können zu Schwellungen der Schleimhäute im Nasenrachenraum führen.

Ist der Nasenrachenraum frei, kann eine Tubenbelüftungsstörung auch durch eine Veränderung im Aufbau der Tube selbst verursacht sein.
Bei Patienten mit einer Spaltbildung im Lippen-Kiefer-Gaumenbereich ist meist der fehlerhafte „Ventilöffnungsmechanismus“ durch die Fehlbildung im Gaumenbereich verantwortlich. In diesen Fällen ist eine Therapie mit Behebung der Belüftungsstörung sehr selten möglich.

Ein Sonderfall der Tubenfunktionsstörung ist die zu weite, offene oder auch „klaffende“ Tube. Die Tube ist hierbei dauerhaft zu weit geöffnet. Durch die Atmung werden dann ständig Druckluftschwankungen ins Mittelohr weitergeleitet. Die Patienten berichten, sich selbst von innen Sprechen zu hören (sogenannte Autophonie), da der im Kehlkopf erzeugte Schall über die Tube direkt ins Mittelohr gelangt. Über Therapieversuche ist die Behandlung bisher nicht hinausgekommen.

Folgen

Durch die Minderbelüftung des Mittelohres entwickelt sich ein mehr oder weniger stark ausgeprägtes Druckgefühl im Ohr. Das üblicherweise beim Schlucken hörbare „Knacken im Ohr“ fehlt. Wegen des entstehenden Unterdruckes im Mittelohr sinkt das Hörvermögen bzw. wird als dumpf empfunden. Bleibt die Einengung bestehen, können sich akute bzw. chronische Mittelohrentzündungen entwickeln.

Behandlungsziel

Wiederherstellen einer Belüftung des Mittelohres. Vor einer Ballondilatation wird je nach Befund eine konservative (medikamentöse) Therapie versucht.

Diagnostik

Vor einer Operation zur Verbesserung der Tubenfunktion ist in jedem Fall eine eingehende Untersuchung des Nasen-/Rachenraums mit Kontrolle der Tubeneingänge mit Hilfe spezieller Endoskope notwendig. Dazu wird in einigen Fällen eine Abschwellung der Nasenmuscheln erforderlich sein, sehr selten auch eine zusätzliche Oberflächenbetäubung der Schleimhaut.
Je nach Befund erfolgt auch eine weiterführende Röntgendiagnostik.

Operationsablauf

Sind Hindernisse im hinteren Nasen-/Rachenbereich für eine unzureichende Tubenfunktion verantwortlich, ist es sinnvoll, diese durch Operationen zu beseitigen:

Bei Kindern: Adenotomie (operative Entfernung der „Polypen“)

Verdickte hintere Enden der unteren Nasenmuscheln, übermäßiges lymphatisches Gewebe im Nasenrachenraum, Tumore o.a. werden entfernt. Möglicherweise werden zunächst Gewebeproben entnommen, um nach entsprechender mikroskopischer feingeweblicher Untersuchung (Histologie) das weitere Vorgehen zu besprechen.

Entzündungen der Nasen-Nebenhöhlen werden je nach Befund behandelt.

Zur eigentlichen Operation im Bereich der Ohrtrompete hat sich die Ballondilatation (Tuboplastie) mit dem Bielefelder Ballonkatheter bewährt. Mit Hilfe eines Ballonkatheters wird die vermutete Verengung im knorpeligen Anteil der Ohrtrompete aufgedehnt. Dieses Verfahren ähnelt der Herzkatheterbehandlung bei Stenosen im Bereich der Herzkranzgefäße.

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